Wie kommen die Quoten für Sportwetten zustande?

Die Fußball-WM in Russland ist für jeden Fan von Onlinewetten eine hervorragende Gelegenheit um eifrig mitzutippen. Durch seriöse Wettanbieter und schnelle Auszahlungen wird das Tippen auf den Ballsport auch für diejenigen interessant, die beim Zuschauen der WM-Spiele für den zusätzlichen Spannungskick sorgen wollen. Doch wie kommen die Wettquoten, die sich bei den Online-Buchhaltern finden lassen, überhaupt zustande? Hier wird es geklärt.

Überblick für Neuankömmlinge

Für Neuankömmlinge kann der Wettvorgang verwirrend sein. So werben diverse Anbieter mit unterschiedlichen Boni, Startguthaben und Zusatzaktionen. Auch die Wettquoten unterscheiden sich je nach Anbieter. Um etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen, gibt es Vergleichsportale für die Sportwettanbieter. Auf diesen können auch Anfänger schnell einen seriösen Buchhalter finden. 

Zunächst einmal die generelle Regel bei den Sportwetten:

  • Einsatz x Wettquote = Wettgewinn

Um die Wettquoten zu erklären, nehmen wir als Beispiel zur Veranschaulichung eine 3-Weg-Wette. Diese werden auch 1-x-2-Wetten genannt und sind bei vielen Sportveranstaltungen üblich.

Für die Berechnung der Wettquoten sind die Eintrittswahrscheinlichkeiten der möglichen Spielausgänge entscheidend. So wird vom Buchmacher eine Wahrscheinlichkeit geschätzt mit der die drei möglichen Ereignisse (Sieg Team 1, Unentschieden, Sieg Team 2) eintreten können. Die Summe der Eintrittswahrscheinlichkeiten der drei möglichen Spielausgänge ergibt so immer 100 Prozent.

Die Eintrittswahrscheinlichkeit wird von den verschiedenen Buchmachern auch unterschiedlich eingeschätzt. Durch sportliches Fachwissen und die zeitnahe Verfolgung von Geschehnissen in der Sportwelt werden die möglichen Ausgangsergebnisse versucht exakt abzuschätzen.

Kundige Sportwetter versuchen daher sogenannte „Value-Quoten“ herauszufinden, bei denen der Wettanbieter die Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Ergebnis zu hoch angesetzt hat.

Tipp: Um langfristig Gewinn zu bringen, müssen Wetten mit einer Quote von 5 zu mehr als 20 Prozent aufgehen. Eine Wette auf eine Wettquote von 2 sollte auf lange Sicht gesehen mehr als die Hälfte der Zeit gewonnen werden.

Um nun die faire Quote, die exakt der Wahrscheinlichkeit entspricht, zu berechnen, wird folgende Formel genutzt:

  • 100/Eintrittswahrscheinlichkeit

Die realen Quoten

Aus den fairen Wettquoten macht der Buchmacher reale Quoten. Dies ist nötig, damit der Wettanbieter auch selbst Gewinne machen kann. Sonst müsste er das gesamte Geld der Verlierer, an diejenigen, die eine Wette gewonnen haben, auszahlen. Mit fairen Wettquoten könnte ein Wettanbieter also nicht lange im Geschäft bleiben – vergleichbar ist dies mit der Null beim Roulette, die einen gewissen Bankvorteil sichert.

  • Faire Quote x Quotenschlüssel = Reale Quote

Wird die Wettquote so beispielsweise mit einem Faktor von 0,9 multipliziert, werden 90 Prozent der Einsätze auch wieder als Wettgewinn ausgeschüttet. Die restlichen zehn Prozent werden in diesem Falle vom Wettanbieter selbst einbehalten.

Dieser Faktor wird auch Quotenschlüssel oder Auszahlungsschlüssel genannt und gibt die Marge eines Buchmachers an.

  • 1 / (1/Quote: Sieg1 + 1/Quote: Unentschieden + 1/Quote: Sieg2) * 100

Sind die Wettquoten gegeben, lässt sich anhand dieser Formel der Quotenschlüssel vom Anbieter berechnen. Normalerweise liegt dieser bei seriösen Anbietern zwischen 90 und 95 Prozent.

Die Gewinnspanne für den Buchhalter ergibt sich aus dem übrigen Prozentanteil, der nicht ausgezahlt wird.

Warum kommt es zu Schwankungen bei den Quoten?

Diese Überlegung funktioniert jedoch nur theoretisch. So kann in der Praxis nicht davon ausgegangen werden, dass die Einsätze auch ausgeglichen auf alle drei möglichen Ausgänge von den Wettern abgeben werden. Dieses reale Ungleichgewicht wird vom Buchmacher daher beachtet, um der Gefahr vor großen Verlusten entgegenzusteuern.

Setzen sehr viele Wetter auf den Sieg von Team 1 und entfallen deutlich weniger Einsätze auf den Sieg von Team 2, werden die Quoten vom Wettanbieter angepasst.

Die Quote für den Favoriten wird dabei gesenkt und die vom Außenseiter angehoben. Durch diesen Effekt unterliegen die Sportwetten vor dem Event auch Schwankungen.

Wetttipp: Je näher das Ereignis rückt, umso niedriger wird meist die Favoriten-Quote. Um mit einer Favoritenwette also höhere Gewinne zu erzielen, lohnt es sich, möglichst lange vor dem Spiel bereits den Tipp abzugeben. So wird die höchstmögliche Wettquote frühzeitig gesichert.

Um die Wetten bei klaren Favoriten spannender zu machen, gibt es auch Handicapwetten. Bei diesen wird dem Außenseiter ein fiktiver Vorsprung gegeben, wodurch sich die Quote für das Favoritenteam erhöht.

Sie sehen also: Wie die Quoten zustande kommen, ist gar nicht so schwer. Zunächst werden die Wahrscheinlichkeiten für den Ausgang eines Ereignisses versucht möglichst exakt durch Analyse und Expertenwissen abzuschätzen. Daraus ergibt sich die faire Quote, aus denen die Buchmacher durch den Quotenschlüssel reale Quoten machen, damit diese auch selber im Geschäft bleiben können. Die Quotenschwankungen kommen durch die Verteilungsverhältnisse auf die unterschiedlichen Eventausgänge zustande.