Ten Things To Know About Mikael Ymer 🇸🇪

Ab nächster Woche findet in Mailand die dritte Ausgabe der sogenannten “NextGen-Finals” statt. Dort kämpfen die acht besten U-21 Spieler des Jahres 2019 um den Titel und knapp 1,3 Millionen € Preisgeld. Das Besondere sind die speziellen Regeln dieses Turniers: So ist On-Court Coaching erlaubt, die Linienrichter werden komplett durch Hawkeye Technologie ersetzt, es gilt die No-Ad und No-Let Regel und gespielt wird im Modus “Best-of-5” auf Gewinnsätze mit nur vier Spielen. Täglich werde ich euch bis zum Turnierstart einen Spieler näher vorstellen.

Mikael Ymer, geboren am 09. September 1998 🇸🇪

📍 Mikael und Elias Ymer wurden im schwedischen Skövde als Söhne äthiopischer Einwanderer geboren. Ihre Eltern verliessen das kriegsgeschundene Land Mitte der 80-er Jahre, um ein neues Leben in Schweden anzufangen.

📍 Mit vier Jahren begann Mikael seinem großen Bruder Elias nachzueifern und nahm erstmals einen Tennisschläger in die Hand. Bereits früh zeigte sich, dass der jüngere der beiden der weitaus talentiertere zu sein scheint. 2012 zog die Familie extra für die beiden Söhne nach Bromma um dort in der Tennis-Akademie von Magnus Norman trainieren zu können. Mit 17 Jahren erreichte Mikael ein Höchstranking von Platz 3 bei den ITF-Junioren und stand 2015 im Finale der Wimbledon Junioren, welches er jedoch gegen Reilly Opelka verlor.

📍 Bereits mit 15 Jahren spielte Ymer erste ITF-Turniere, gewann mit 16 Jahren auch sein allerererstes, bevor er sich dann mit 17 Jahren komplett auf eine Karriere als Profi konzentrierte. Sein Davis-Cup Debüt gab er für Schweden ebenfalls mit 17 Jahren. Danach folgte der erste große Karriereknick, als er sich Ende des Jahres ausgerechnet beim Match gegen den größeren Bruder Elias beim Challenger in Brescia an der Hüfte verletzte und fast ein Jahr ausfiel.

📍 Elias Ymer ist aktuell 23 Jahre alt und steht auf Platz 128 im ATP-Ranking. Zusammen gewannen beide sensationell den Doppeltitel beim ATP-Turnier in Stockholm 2016, nachdem Mikael grade erst sein Comeback gegeben hatte. Mikael sagte damals schon, dass er sich in Zukunft darauf freut, gemeinsam mit seinem Bruder im Doppel anzutreten. Im Einzel erreichte der 18-jährige mit seinem Erstrundenerfolg über Verdasco ebenfalls eine Sensation, bevor er dann in drei Sätzen an Karlovic scheiterte.

📍 2017 versuchte sich Ymer auf Challengerebene zu etablieren, hatte dabei jedoch seine Probleme und schied oftmals in der Qualifikation oder früheren Runden aus. Auch 2018 war für seine spielerischen Fähigkeiten eigentlich ein Jahr zum Vergessen, sodass er sogar wieder auf ITF-Ebene zurückgehen musste. Man muss jedoch auch erwähnen, dass er immer wieder mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte. Diese konnte er in 2019 endlich langfristig ausräumen, machte einen großen Schritt nach vorne und schaffte den Durchbruch. Der Lohn sind vier Challengertitel auf unterschiedlichen Belägen wie Sand, Outdoor und Indoor-Hartplatz.

📍 Mit seinen 1,83 m ist Ymer nicht der größte und struggelte in seiner Karriere oft mit seinem Aufschlag bzw. machte viel zu viele Doppelfehler. Dieses Problem scheint er in 2019 jedoch gefixt zu haben, erzielt viel mehr freie Punkte und gewinnt dadurch in frühen Turnierrunden auch mal mit etwas weniger Kraftaufwand. Auf dem Court ist er sehr beweglich und besitzt eine gute Vor- sowie Rückhand.

📍 Ymers Vater war ein professioneller Läufer, der unter anderem auch Marathons lief. Dieselbe Karriere hatte er auch für seine Söhne im Blick, die selber sagen, dass “das Laufen in ihrem Blut liegt”. Auch Mikael lief bis vor kurzem noch gerne längere Strecken, um den Körper und Kopf zu trainieren. Aufgrund seiner häufigen Verletzungsprobleme musste er diese Ausflüge in letzter Zeit jedoch etwas reduzieren.

📍 Beide Söhne sind sich bis heute bewusst, welche Opfer ihre Eltern bringen mussten, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. “Wenn ich schwere Zeiten auf dem Tennisplatz durchmache, habe ich immer im Hinterkopf, dass meine Eltern quasi ihr eigenes Leben zurückgesteckt haben, um uns all dies zu ermöglichen. Also spiele ich nicht nur für mich, sondern auch in gewisser Weise für sie und dieses Mantra hilft mir ungemein. Natürlich werde ich auch manchmal versagen, aber es hilft mir einfach mich nach vorne zu pushen und mich immer wieder zu motivieren”, führt Ymer noch an.

📍 Ymer ist super hyped auf die Nextgen-Finals: “Ich habe die letzten Turniere immer mal wieder drüber nachgedacht und nachgerechnet. Ich finde dieses Event auch in Hinsicht auf die modifizierten Regeln supercool. Ich werde mit meinem kompletten Team anreisen und es als Krönung und guten Abschluss einer sehr guten Saison sehen.”

📍 Für Ymer wird es sicherlich schon ein Erfolg sein, hier überhaupt bei diesem Turnier dabei zu sein. Im Grunde genommen ist er noch ein Spieler auf Challengerebene, der während eines Spiels noch zu viele Unkonzentriertheiten und Durchhänger für ganz oben hat. Viele seiner Matches sind deshalb Dreisatz-Schlachten, wobei man ihm dort nicht den Kämpferwillen absprechen kann. Zu den Topstars wie De Minaur, Shapovalov oder Tiafoe fehlt jedoch noch ein ganzes Stück. In der Vorrunde sollte hier Schluss sein. Wenn Ymer die mentale Seite seines Spiels besser in den Griff bekommt, sehe ich seinen Weg in die Top 50 jedoch auf mittelfristige Sicht als realistisch an.