Das Hamburger Stadtderby zwischen dem Hamburger SV und dem FC Sankt Pauli hat eine Tradition, welche bis ins Jahr 1924 zurückreicht. Damals trafen beide Teams in der Alsterkreis-Liga erstmals aufeinander. Der HSV gewann und Sankt Pauli benötige sieben Anläufe, damit der erste Sieg gegen den HSV gelang. Das letzte Duell im Februar 2011 entschied Sankt Pauli beim HSV für sich. Nun kommt es im Rahmen der 2. Bundesliga erneut zum Stadtderby.

Die beiden Vereine

Sankt Pauli wurde 1910 gegründet. Der Verein ist vor allem durch seinen Piratenkopf bekannt und hat diesen sich zur Marke gemacht. Das Fanlager ist weitgehend links geprägt. Ein antifaschistisches, antipa¬triarchales und antirassistisches Weltbild eint viele Fans des FC Sankt Pauli. Am Millerntor mag man den ehrlichen, engagierten Fußball mit überschaubaren Qualitäten, mal schön, mal schaurig, aber immer mit Herz. Das Millerntor ist meist ausverkauft. Hierbei spielt der Gegner nur eine untergeordnete Rolle. Sportlich spielte Sankt Pauli erstmals 1977 im Oberhaus. Doch in der Folgesaison folgte der Abstieg. Erst 1988 konnte Sankt Pauli wieder in die Bundesliga aufsteigen. In den 90ern hatte Sankt Pauli mehrfach finanzielle Probleme, konnte aber dank Heinz Weisener gerettet werden. Zum Beginn des neuen Jahrtausends besiegte Sankt Pauli den FC Bayern und erfindet den Begriff „Weltpokalsiegerbesieger“. Doch erneut landet Sankt Pauli in der Regionalliga und erst 2007 gelingt der Aufstieg in Liga zwei. 2010 konnte der Verein letztmals in die Bundesliga aufsteigen.

Der Hamburger SV war bis zu letzten Saison der Dinosaurier der Bundesliga. Bisher stieg der HSV nicht ab, doch nach der vergangenen Saison hat es den HSV erwischt. Wie auch die Dinosaurier ausstarben, so starb der HSV zumindest in der Bundesliga. Der HSV ist zweifelsohne ein großer Klub. Sechsmal deutscher Meister und auch der Landesmeistertitel wurde gewonnen. Spieler wie Uwe Seeler haben beim HSV den Status einer Legende. Doch das Selbstbild und die Realität klaffte in den vergangenen Jahren zu weit auseinander. Der Abstieg war das Ergebnis von vielen kausalen Zusammenhängen und längst überfällig.

Aktuelle Lage

Derzeit ist die Lage um das Stadtderby in Hamburg angespannt. Täglich berichten Medien von neuen Vorfällen rund um das Derby. Doch bereits in den vergangenen Jahren gab es mehrfach körperliche Auseinandersetzungen. So griffen die HSV Fans die St.-Pauli-Fankneipe „Jolly Roger“ an. Sankt Pauli revanchierte sich bei einem Amateurspiel mit Angriffen mit Eisenstangen und Schlagstöcken. Das Stadtderby wirft zweifelsohne seine Schatten voraus. Sankt Pauli Anhänger überfielen eine Choreovorbereitung und zerstörten Teile dieser. Am Tag darauf zogen HSV-Anhänger in Richtung Sankt Pauli, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt. An sämtlichen Autobahnbrücken wurden Strohpuppen von Sankt Pauli aufgehängt. Mit der Absicht der HSV-Fans den Tod der Kiezkicker zu symbolisieren. Bei der Polizei ist man gewappnet für die Partie. Die Beamten rechnen auch bei beiden Fanlagern mit Unterstützung von befreundeten Gruppierungen. Allein aus Kopenhagen sollen mehrere hunderte Fans anreisen und den HSV unterstützen.