Preview Challenger Potchefstroom 🇿🇦

Zum ersten Mal im Jahre 2020 findet ein neuer Challenger der sogenannten “50er-Kategorie” statt. Diese Turniere wurden extra als Übergang für die ITF-Spieler geschaffen, die sich noch nicht wirklich eine Ebene höher etablieren konnten. Im südafrikanischen Städtchen Potchefstroom herrschen diese Woche noch spätsommerlich hohe 28 Grad und es ist bestes Tenniswetter angesagt. Gespielt wird auf Hardcourts und dank der Höhe von 1.430 m ü NN haben wir es hier mit einem richtig schnellen Belag zu tun.

09:00 Uhr | Benjamin Bonzi 🇫🇷 (241.) Matteo Martineau 🇫🇷 (440.)

Hier spricht von den reinen Statistiken her so viel für Bonzi, dass es eigentlich nur schiefgehen kann. Der 23-jährige gewann hier letzte Woche die ITF-Ausgabe des Turniers und sollte perfekt an die Courts angepasst sein. Im H2H führt er gegen Martineau mit 2:0, dass letzte Duell fand erst letzte Woche statt und Bonzi gewann in drei Sätzen. Natürlich sind die Quoten von diesen Statistiken beeinflusst und es wird vergessen, dass alle Duelle relativ eng waren. Der 21-jährige Martineau machte in diesem Jahr auch einen großen Schritt nach vorne und eine Quote von unter 1,3 auf Bonzi hat einfach 0 Value, vor allem da Bonzi nach einer langen Woche müde sein könnte.

09:00 Uhr | Mehluli Don Ayanda Sibanda 🇿🇼 (816.) Pedja Krstin 🇷🇸 (244.)

Alles andere als ein klarer Sieg des gestandenen Challengerspielers Krstin würde mich hier sehr überraschen. In der letzten Wochen hatte der Serbe bereits Zeit sich hier an die Courts anzupassen, da er am ITF-Turnier vor Ort teilnahm. Dort schied er im Viertelfinale gegen Martineau aus. Sibanda ist ein 20-jähriger Simbabwer, der erstmals an einem Challengerturnier teilnimmt.

09:00 Uhr | David Pichler 🇦🇹 (483.) Jean Thirouin 🇫🇷 (626.)

Pichler ist ein 24-jähriger Österreicher, der in seiner Karriere erst zwei ITF-Titel gewinnen konnte. Gegen Ende 2019 befand er sich in sehr guter Verfassung, als er in Heraklion beim ITF M15 Turnier seinen ersten ITF-Titel auf Hardcourt gewinnen konnte. Diese gute Form konnte er leider nicht in 2020 hinüberretten. In diesem Jahr gewann er nur eins seiner vier Matches und das, obwohl er in jedem Spiel als klarer 1,2-1,3 Quoten-Favorit an den Start ging. Thirouin ist ein 22-jähriger Franzose, der noch nie einen ITF-Titel gewinnen konnte und in der Qualifikation als haushoher Favorit einen Tiebreak des dritten Satzes brauchte. Bei so vielen unbekannten Variablen ziehe ich es vor, mit das Spiel lieber aus der Ferne anzuschauen.

09:00 Uhr | Benjamin Lock 🇿🇼 (433.) Sebastian Prechtel 🇩🇪 (784.)

Der 27-jährige Lock stammt aus Simbabwe und ist auf der Profitour ein Spätstarter. Bis 2016 studierte er an der Florida State University und beendete sein dortiges Studium als einer der besten College Tennisspieler der Universitätsgeschichte. Mit 2,01 m Größe ist er naturgemäß ein sehr aufschlagstarker Spieler, der auch bestens im Doppel zurechtkommt. Bislang konnte er auf Hardcourt sieben ITF-Titel sammeln und schlug in diesem Jahr mit Banes und Lenz bereits zwei gestandene Challengerspieler. Prechtel ist ein 23-jähriger Deutscher, der in seiner Karriere noch nie einen Einzeltitel auf ITF-Ebene gewinnen konnte. Sein bester Belag ist der Sandplatz und mich würde es schwer wundern, wenn der Local Player Lock sich hier nicht durchsetzen würde. // Sieg Lock (Q 1,57)

10:30 Uhr | Danylo Kalenichenko 🇺🇦 (463.) Sidharth Rawat 🇮🇳 (445.)

Der 26-jährige Ukrainer Kalenichenko ist ein bekannter Fixer, daher kommen die Quoten zu seinen Spielen meist später und nicht jeder Anbieter hat ihn im Programm. Seit Ende des Jahres 2019 befindet er sich in sehr starker Form. Im Dezember gewann er das M15-Turnier in Doha und erreichte direkt in der Woche darauf wieder das Finale der nächsten Ausgabe des Turniers. Seine Saison startete er aufgrund der Dezember-Aktivität erst Ende Februar, gewann aber direkt das M-15 Indoor in Trnava gegen gute Konkurrenz. Im ITF-Turnier der letzten Woche schied er erst gegen den gut aufgelegten Doumbia aus. Rawat ist ein 26-jähriger Inder, der hauptsächlich in seiner Karriere Turniere in Asien gespielt hat. Seine besten Leistungen zeigte er zuletzt in seiner indischen Heimat, als er das Achtelfinale des Challengers von Bangalore erreichte. Im ITF-Turnier in Potchefstroom in der letzten Woche schied er in der zweiten Runde gegen Ortega-Olmedo aus. Außerhalb von Asien hat Rawat noch nicht großartiges geleistet, daher sehe ich Kalenichenko vorne, finde seine inzwischen auf 1,6 gesunkene Quote jedoch nicht mehr attraktiv. Wer das Spiel live verfolgt, kann vielleicht die ersten Spiele abwarten und etwas um 1,8 herum erwischen.

10:30 Uhr | Fabien Reboul 🇫🇷 (719.) Gerhardt Marius Becker 🇿🇦 (-)

Der 19-jährige Becker klingt vom Namen her wie der größte Alman aller Almans, ist aber südafrikanischer Herkunft. Dank einer Wildcard des Veranstalters darf er hier Lehrgeld sammeln und sollte wenig Chancen gegen den durch die Quali eingespielten Reboul haben. Klare Sache für den Franzosen, der eine 1,01 Q bekommen hat.

10:30 Uhr | Mick Veldheer 🇳🇱 (517.) Hugo Grenier 🇫🇷 (242.)

Hier wartet wieder eine hohe und interessante Außenseiter-Quote auf uns. Mick Veldheer ist ein 23-jähriger Niederländer, der sich aktuell in der Form seines Lebens befindet. ende November 2019 gewann er seinen ersten ITF-Titel und bestätigte diese Leistung in diesem Jahr. Beim letztwöchigen ITF-Turnier vor Ort gewann er sogar gegen Musetti und schied im Viertelfinale erst gegen den späteren Sieger Bonzi aus. In der ersten Qualirunde hatte er gar keine Probleme mit seinem Gegner, den er 6:1, 6:1 abfertigte. Grenier ist ebenfalls in guter Verfassung und kommt mit dem Challengerviertelfinale aus Pau im Rücken angereist. Trotzdem ist die große Höhe in Potchefstroom erstmal eine Umstellung, die der eingespielte Veldheer eventuell nutzen könnte. Grenier ist ein Servebot und nicht unbedingt als returnstärkster Spieler bekannt, was der 1,86 m große Veldheer nutzen kann, um ein positives + 4,5 Spiele-HC (Q 1,89) durchzubringen.

10:30 Uhr | Adam Moundir 🇲🇦 (461.)  Tobias Simon 🇩🇪 (431.)

Hier habe ich euch bereits gestern auf die viel zu niedrige über 21,5 Spiele Line (1,8 Q) bei Bet365 hingewiesen. Diese ist inzwischen fast überall auf 22,5 gestiegen, nur Pinnacle bietet die 21,5 Spiele noch für eine 1,6 Q an. Warum ich hier mit einem Over rechne? Der 1,98 m große Tobias Simon ist der Prototyp eines extrem returnschwachen Servebots und es wird auf hoch liegenden und schnellen Hardcourts gespielt. Letzte Woche spielte er hier bereits das ITF-Turnier und kam mit 100 Assen (!) im Turnierverlauf bis ins Finale. Moundir ist ein 24-jähriger Marokkaner, der in der Schweiz aufwuchs und College-Tennis in Amerika spielte. Mit seinen 1,91 m besitzt er ebenfalls einen guten Aufschlag und findet sich aufgrund seiner College-Vergangenheit sehr gut auf Hardcourts zurecht. Vor etwas mehr als vier Monaten begegneten sich beide schonmal bei einem ITF-Turnier auf Hardcourt und Moundir gewann in zwei engen Sätzen mit 7:5, 7:6. Hier sieht alles nach einem erneuten Over aus. // über 21,5 Spiele (Q 1,8 @Bet365)

12:00 Uhr | Khololwam Montsi 🇿🇦 (1597.) – Evgeny Karlovskiy 🇷🇺 (249.)

Auf den ersten Blick sieht alles nach einem lockeren Auftakterfolg für Karlovskiy aus. Auf den zweiten Blick könnte es hier jedoch vielleicht doch enger als erwartet werden. Montsi ist ein 17-jähriges großes einheimisches Talent, welches aktuell im ITF-Juniorenranking auf Platz 12 steht. Er wird hier in seinem ersten Challenger Maindraw sicherlich voll motiviert sein und alles hineinwerfen und Karlovskiys Background als ehemaliger Fixer sollte einigen noch bekannt sein. Ein kleiner Einsatz auf die 10er Quote von Montsi oder alle Handicaps in seine Richtung (4,25 Q auf Satzgewinn, +6,5 Spiele hat auch noch eine 1,83 Q bei Unibet) können nicht schaden – wer weiß? Der Russe kommt hier aktuell mit einer Loosing-Streak über vier Matches an und braucht vielleicht etwas Eingewöhnungszeit.

12:00 Uhr | Yshai Oliel 🇮🇱 (394.) – Daniel Masur 🇩🇪 (252.)

Masur ist hier der Quotenfavorit, aber leider einer der inkonstantesten Spieler, die ich kenne. Eigentlich hat der 25-jährige alle Anlagen um mindestens in den Top-150 zu stehen, ist jedoch ein mentales Wrack, was man letztens erst wieder in Koblenz gegen Kuhn beobachten konnte. Letzte Woche verlor er hier beim ITF-Turnier gegen den limitierten Simon. Oliel ist ein 20-jähriger Israeli, der zu Juniorenzeiten einer der stärksten Spieler seines Jahrgangs war. Die ehemalige Nr. 4 des Juniorenrankings stand 2017 im Finale der Australian Open und fühlt sich auf schnellen Hardcourts am wohlsten. Leider spielte er die letzten Wochen ITF-Turniere auf Sand und das nicht besonders erfolgreich, daher möchte ich Pregame von einer Wette auf ihn Abstand nehmen. Sollte der Israeli sich live stark präsentieren, kann man eventuell eine Wette in seine Richtung probieren. Für die 1,4 Q würde ich auf jeden Fall nicht auf Masur tippen.

12:00 Uhr | Roberto Ortega-Olmedo 🇪🇸 (274.) – Jack Draper 🇬🇧 (288.)

Der 18-jährige Draper ist hier für mich einer der Geheimfavoriten auf den Titel. Der junge Brite gilt als eines der größten Talente seiner Altersklasse und kommt hier in absoluter Topform an. Vorletzte Woche gewann er das stark besetzte M25 ITF-Turnier in Sunderland und stand davor die Woche in Glasgow im Finale. Trotzdem wird der Brite sich anpassen müssen, da er in seiner Karriere noch nie in dieser Höhe ein Profimatch bestritten hat. Ortega-Olmedo ist ein erfahrener Gegner, der hier letzte Woche bereits das ITF-Turnier bestritten hat. Der Spanier ist eher klein und returnstark, verlor z.B. aber auch den dritten Satz gegen Doumbia letzte Woche mit 0:6. Mit seinen 1,91 m und Linkshänder-Serve ist Draper normal der bessere Spieler. Ich hoffe auf einen kleinen Fehlstart des Briten, sodass man Live vielleicht eine höhere Quote als 1,35 abgreifen kann.

12:00 Uhr | Fabrizio Ornago 🇮🇹 (406.) – Edan Leshem 🇮🇱 (356.)

Interessant, dass der Sandplatzspezialist Ornago hier antritt. Auf Hardcourt bestritt der 27-jährige Italiener in seiner Karriere erst 24 Spiele, von denen er 11 verlor. In der Quali hatte er das Losglück auf einen unbekannten Local zu treffen, hat jetzt mit Leshem jedoch eindeutig ein schwereres Los. Der 22-jährige Israeli Leshem gewann alle seine neun ITF-Titel auf Hardcourt und sollte mit den Bedingungen bestens zurechtkommen. Nach seiner kleinen Verletzungspause im Januar zeigte er beim Davis-Cup Sieg über Ilkel am Wochenende wieder sein bestes Gesicht und sollte auch gegen Ornago der Favorit sein. // Sieg Leshem (Q 1,4)

Tippspiel:

Danylo Kalenichenko 🇺🇦 Sidharth Rawat 🇮🇳