Preview ATP St. Petersburg 🏆🇷🇺

Im Herbst starten auf ATP-Ebene traditionell die europäischen Indoor-Hardcourt Turniere. Neben dem Turnier in Metz läuft in diesem Jahr die mittlerweile 24. Ausgabe des ATP-Turniers in St. Petersburg. In der Vergangenheit gehörte dieses Turnier immer zu den langsamsten Indoor-HC Turnieren auf der Tour. Dies führte zu interessanten Finalisten wie Joao Sousa, Damir Dzumhur, Fabio Fognini oder Martin Klizan, die alle keine Hardcourt-Servebots sind. Für euch werde ich dieses Turnier die Woche über mit Previews und Wettempfehlungen verfolgen.

12:00 Uhr | João Sousa 🇵🇹 (64.) – Jozef Kovalík 🇸🇰 (206.)

Dies ist ein Duell zwischen zwei Spielern, die ein sehr intensives Wochenende hatten. Die psychischen Vorzeichen könnten jedoch unterschiedlicher nicht sein: Joao Sousa erlitt einen mentalen Tiefschlag, als er das entscheidende Davis-Cup-Einzelmatch in Weißrussland gegen Gerasimov verlor. Dadurch wird sein Land nicht an der Endphase des Davis Cups im nächsten Jahr teilnehmen können. Kovalik gewann seinerseits am Sonntag den Challenger in Stettin auf Sand. Dadurch hatte er natürlich wenig Zeit zur Umstellung und fraglich ist, ob ihm die zwei Tage Erholung nach einer harten Woche gereicht haben.

Hier wird die Frage sein, ob Kovaliks Momentum den Slowaken weiter tragen kann. Der Slowake wirkt sehr durchtrainiert und fit und sollte nach der ersten langen Turnierwoche überhaupt in diesem Jahr nicht komplett k.o. sein. Aufgrund der Tatsache, dass Joao Sousa auch kein Hardcourtexperte ist und Kovalik 2018 überraschenderweise das Halbfinale des ATP-Turniers Indoor in Sofia erreichen konnte, lasse ich hier bei zwei ansonsten als inkonstant bekannten Spielern lieber die Finger weg.

13:30 Uhr | Alexey Vatutin 🇷🇺 (197.) – Marton Fucsovics 🇭🇺 (66.)

Marton Fucsovics startete stark in die Saison 2019 und ließ dann immer mehr nach. Aktuell spielt er ohne Selbstvertrauen und verlor seine fünf letzten Spiele am Stück auf ATP-Ebene. Im Davis Cup am Wochenende gab es dann endlich mal wieder einen Sieg über Marchenko und eine knappe Niederlage gegen Stakhovsky. Er bat die Veranstalter, sein Erstrundenmatch auf Mittwoch zu verlegen, damit er etwas mehr Zeit zur Erholung hat. Indoor ist der Ungar eigentlich in guter Verfassung ein sehr gefährlicher Spieler. In Sofia erreichte er Anfang diesen Jahres das Finale (u.a. mit Sieg über Berrettini) und in Rotterdam das Viertelfinale.

Sein Gegner Vatutin ist eigentlich ein komplett auf Challengerebene verankerter Spieler, der sich in der Qualifikation mit Dreisatzsiegen gegen Nedovyesov und Gulbis durchsetzte. Der 26-jährige Russe ist ein sehr aggressiver Spieler, der sofort auf den Winner geht und so zu vielen Unforced Errors gezwungen werden kann von einem spielintelligenten Gegner. Ich traue Fucsovics dies zu und denke er wird hier in St. Petersburg wieder auf den Gewinnerweg zurückkommen. // Sieg Fucsovics (Q 1,43 @Pinnacle)

15:00 Uhr | Salvatore Caruso 🇮🇹 (114.) – Thomas Fabbiano 🇮🇹 (92.)

Rein italienisches Duell, in dem ich die Bevorzugung von Fabbiano für richtig halte. Seit den US Open machte er kein Spiel mehr und sollte daher ausgeruht ankommen. Diese freie Zeit hatte er sich auch redlich als Favoritenschreck bei den Grand Slams verdient. Bereits in Wimbledon gelang ihm der Upset über Stefanos Tsistipas und bei den US Open musste Dominic Thiem dran glauben. Trotz seiner spielerischen Klasse schaffte er es bislang nicht, diese Leistungen auch bei kleineren Turnieren konstant zu wiederholen.

Auf der anderen Seite hat der Italiener Caruso in den letzten Wochen drei Challengerturniere auf Sand gespielt. Am Samstag war er noch in Sevilla, wo er von Davidovich Fokina besiegt wurde. Jetzt hat er wenig Zeit zur Anpassung auf komplett andere Bedingungen und wirkte bereits Samstag körperlich etwas in den Seilen. Auf Indoor Hardcourt stand er erst zwei Mal als Lucky Looser in einem ATP-Maindraw und gewann noch nicht mal ein einziges ITF-Turnier in seiner Karriere auf Hartplatz.

Aus diesem Grund halte ich es für richtig, dass die Buchmacher Fabbiano als Favorit markieren, der in jeder Hardcourt-Statistik klar vor Caruso liegt. // Sieg Fabbiano (Q 1,64 @1xbet)

15:00 Uhr | Mikhail Kukushkin 🇰🇿 (57.) – Damir Džumhur 🇧🇦 (86.)

Im ersten Duell zweier Spieler, die beide schon ein Spiel bei diesem Turnier bestritten haben, sehe ich Kukushkin vorne. Sein Erstrundenduell gegen Sinner war auf sehr hohem Niveau und beide schenkten sich absolut nichts. Am Ende gewann der Kasache aufgrund von mehr Erfahrung und Abgezocktheit in den engen Momenten. Seinen einzigen ATP-Titel holte der Kasache vor neun Jahren genau hier in St. Petersburg und sollte daher perfekt auf die Courts angepasst sein.

Damir Dzumhur befindet sich nicht in seiner besten Form und konnte hier nach seiner Qualiniederlage gegen Rosol nur als Lucky Looser starten. Bei seinem Erstrundenmatch profitierte er von der Aufgabe des schwachen Tipsarevic in einem Spieler voller Unforced Errors – auch gerne “Shitfest” von mir genannt.

Wäre Dzumhur hier in guter Verfassung würde ich sogar zu einem engen Spiel tendieren. Der Bosnier spielt aber die ganze Woche schon viel zu wackelig. Wenn Kukushkin seine Leistung gegen Sinner aus Runde 1 wiederholen kann, sollte einem Sieg nichts im Wege stehen. Das letzte H2H der Beiden gewann auch Kukushkin in Los Cabos in diesem Jahr. // Sieg Kukushkin (Q 1,69 @Pinnacle)

17:30 Uhr | Casper Ruud 🇳🇴 (60.) – Alexander Bublik 🇰🇿 (70.)

Bei Alexander Bublik weiß man vorher nie was man bekommt. Der Kasache ist einfach genial und gleichzeitig aber auch verrückt, was eventuell an seiner Freundschaft mit Kyrgios hängen könnte. Trotzdem denke ich, dass er grade bei einem ATP-Event in seiner Heimat voll fokussiert sein wird. Russland ist seine Heimat, denn Bublik ist dort geboren und lebt aktuell auch dort, tritt aber aufgrund größerer finanzieller Unterstützung für Kasachstan an. Bubliks Spielweise (starker Aufschlag, flache Schläge ohne viel Spin, viel Variation, gut am Netz) ist perfekt für schnelle Hardcourts und daher gewann er auch wenig überraschend drei seiner vier Challengertitel auf Indoor-Hardcourt.

Sein Gegner Casper Ruud spielt viel lieber auf langsamem Sand. Auf diesem Belag trat er am Wochenende auch für Norwegen im Davis Cup an und kommt daher mit wenig Zeit zur Anpassung hier an. Bislang spielte er Indoor noch kein ATP Maindraw-Match – nur auf Challengerebene. Dort sind zwei Halbfinaleinzüge bei schwach besetzten Turnieren sein größter Erfolg.

Ruud ist Indoor also quasi ein Spieler auf Challengerniveau und Bublik gewann dieses Jahr in Budapest und Pau bereits zwei Challengerturniere auf diesem Belag. Auch wenn der Kasache sehr inkostant aufspielen kann und es auch möglich ist, dass er einen Satz wegwirft, denke ich, dass er sich am Ende durchsetzt. // Sieg Bublik (Q 1,74 @1xbet)

19:00 Uhr | Egor Gerasimov 🇧🇾 (119.) – Adrian Mannarino 🇫🇷 (59.)

Mal sehen wie viel Power Gerasimov heute noch im Tank haben wird. Die Organisatoren des Turniers meinten es nämlich nicht gut mit ihm. Der Weißrusse bestritt am Freitag und Samstag zwei Davis-Cup-Spiele und reiste am nächsten Tag nach St. Petersburg, wo er am Sonntag und Montag die Qualifikation bestreiten musste. Gestern besiegte er in der ersten Runde Rosol in zwei Sätzen und soll nun den sechsten aufeinanderfolgenden Tag ohne Pause erneut antreten.

Dies ist die einzige Tatsache, die mich von einem Plus-HC auf den Weißrussen abhält. Auf dem spielerischen Niveau sehe ich keinen großen Unterschied zu Mannarino, der aber viel ausgeruhter ankommen wird. Irgendwann wird auch der fitteste Sportler müde und das könnte für Mannarino heute Abend der Schlüssel sein. Zudem gewann der Franzose beide H2H ohne Satzverlust. Warum ich dann nicht auf den Franzosen tippe? Mannarino ist ein viel zu inkonstanter Spieler und grade bei einem Turnier in Osteuropa gegen einen Osteuropäer vertraue ich ihm nicht wirklich. Gerasimov wird sein letztes Hemd geben und Mannarino könnte davon entnervt werden. No Bet.