Preview ATP St. Petersburg 🏆🇷🇺

Im Herbst starten auf ATP-Ebene traditionell die europäischen Indoor-Hardcourt Turniere. Neben dem Turnier in Metz läuft in diesem Jahr die mittlerweile 24. Ausgabe des ATP-Turniers in St. Petersburg. In der Vergangenheit gehörte dieses Turnier immer zu den langsamsten Indoor-HC Turnieren auf der Tour. Dies führte zu interessanten Finalisten wie Joao Sousa, Damir Dzumhur, Fabio Fognini oder Martin Klizan, die alle keine Hardcourt-Servebots sind. Für euch werde ich dieses Turnier die Woche über mit Previews und Wettempfehlungen verfolgen.

12:00 Uhr | Janko Tipsarević 🇷🇸 (250.) – Damir Džumhur 🇧🇦 (86.)

Tipsarevic befindet sich weiterhin auf seiner Abschiedtournee, da er Ende des Jahres seine Karriere beenden wird und sich auf seine Tennisakademie konzentrieren möchte. Der Serbe quält sich seit seinem Comeback mit körperlichen Problemen herum und kann nicht einige Spiele am Stück auf hohem Niveau bestreiten. Tennistechnisch ist er jedoch immer noch auf ATP-Niveau unterwegs. Hier darf er dank einer Wildcard teilnehmen und sollte gegen Dzumhur mehr Chancen haben, als die Quoten vermuten lassen. Dzumhur kontrollierte in der Qualifikation das Duell mit Rosol, bevor er dann einen Matchball vergab und das Spiel unerklärlicherweise noch verlor. Der Bosnier ist bekannt für solche unberechenbaren Vorstellungen und kann sehr gut auch einen Satz gegen Tipsarevic lassen. Mit Dauer des Spiels könnte Tipsarevic jedoch die bekannten Fitnessprobleme bekommen, daher gehe ich hier auf einen engen ersten Satz. // 1. Satz über 9,5 Spiele (Q 1,82 @1xbet) & 1. Satz 1-1 nach 2 Spielen (Q 1,4)

13:30 Uhr | Roberto Carballés Baena 🇪🇸 (77.) – Martin Kližan 🇸🇰 (90.)

Unter normalen Umständen müsste man sich hier stark wundern, wie dieses Match so ausgeglichen quotiert sein kann. Klizan nahm hier zwei Mal teil und gewann das Turnier im Jahr 2012, bevor er letztes Jahr erst an Thiem im Finale scheiterte. Carballes Baena ist ein reiner Sandplatzwühler und kommt direkt vom Sandplatzchallenger in Szczecin angereist. Was ist hier also faul?

Klizan ist aktuell ohne irgendeine Art von Selbstvertrauen unterwegs und verlor als Höhepunkt am Wochenende das Davis-Cup Duell gegen den Schweizer Sandro Ehrat (Nr. 301 der Welt). Im zweiten Einzel musste für ihn kurzfristig Gombos einspringen, weil der Slowake erklärte, er fühle sich nicht bei 100 %. Aktuell denkt er sogar laut über ein Karriereende nach, sollten die Ergebnisse bis Ende des Jahres nicht besser werden. Aus finanziellen Gründen musste er sich sogar von seinem Trainer trennen und hat momentan nicht wirklich den Fokus auf Tennis. Aus diesen Gründen lasse ich die sonst einladende Quote auf Klizan sausen und würde hier keine Wette empfehlen.

14:30 Uhr | Lukáš Rosol 🇨🇿 (145.) – Egor Gerasimov 🇧🇾 (119.)

Duell zweier Spieler, die beide durch die Mühlen der Qualifikation mussten. Gerasimov war am Wochenende der große Held seines Landes im Davis Cup. Dank seiner zwei Einzelsiege konnte Weißrussland Portugal bezwingen. Ohne Ruhetag reiste er danach weiter nach St. Petersburg, um in der Qualifikation anzutreten. Bislang wirkt sich das jedoch nicht auf seine Leistungen aus. Rosol hätte eigentlich das Doppelfinale des Challengers in Istanbul bestreiten sollen, reist aber vor dem Finale vorzeitig ab, um rechtzeitig nach St. Petersburg zu reisen. In jeweils drei harten und langen Sätzen schlug er dann Karlovskiy und Dzumhur. Reisestrapazen mussten also beide durchmachen, der 26-jährige Gerasimov sollte diese aber auf Dauer leichter verkraften als der 34-jährige Rosol. Das H2H führt der Weißrusse mit 3:1 an, den letzten Sieg holte er in der Qualifikation der US Open vor knapp einem Monat. // Sieg Gerasimov (Q 1,63 @Pinnacle)

15:00 Uhr | Evgeny Donskoy 🇷🇺 (118.) – Matteo Viola 🇮🇹 (204.)

Viola ist einer der typischen sogenannten “Journeyman”. Mit 32 Jahren tingelt er noch über die ITF und Challengerstrecken dieser Welt und stand zuletzt in Stuttgart 2018 in einem ATP Maindraw, wo er mit 0:6, 3:6 gegen Simon verlor. In diesem Jahr erreichte er allerdings zwei Challengerfinale auf Hardcourt und schlug unter anderem Murray, Kavcic und Lopez-Perez vor einigen Wochen auf Mallorca. In der Quali siegte er hier mühsam in drei Sätzen gegen den schwachen Vasilenko, bevor er dann klar gegen Ivashka in zwei Sätzen den Kürzeren zog. Als Lucky Looser trifft er hier heute trotzdem auf den per Wildcard startenden Donskoy.

Der Russe hatte auch Losglück, denn eigentlich wäre Berdych sein Gegner gewesen, der jedoch verletzungsbedingt vom Turnier zurückziehen musste. Donskoy ist einer dieser Spieler die zwischen ATP- und Challengerebene pendeln. Nach schwachem Jahresbeginn zeigte er zuletzt aufsteigende Form, stand im Finale des Nottingham Challengers und gewann den Challenger in Nur-Sultan. Sein letztes Turnier waren die US Open, für die er sich qualifizieren konnte und dann nach engem ersten Satz gegen Coric ausschied. Er spielt hier zu Hause, hat dieses Turnier bereits 10 Mal gespielt und hat auf Hardcourt ein positives H2H gegen Viola. // Sieg Donskoy (Q 1,35 @Pinnacle)

17:30 Uhr | Ilya Ivashka 🇧🇾 (135.) – Andrey Rublev 🇷🇺 (38.)

Durch einen phänomenalen Sommer katapultierte sich Andrey Rublev zurück ins Rampenlicht. Langwierige Rückenprobleme hatten den jungen Russen im letzten Jahr leiden und fast aus den Top 100 fallen lassen. Mit dem Erreichen des ATP-500 Finales in Hamburg, dem Viertelfinale beim Masters-Turnier in Cincinnati (mit einem Sieg über Federer), dem Viertelfinale beim ATP-250 in Winston Salem und dem Achtelfinale bei den US Open machte er jedoch wieder den Sprung zurück unter die Top-40 der Welt. Rublev ist einer dieser Spieler, die im zweiten Teil der Saison stärker werden, wenn viele andere bereits physisch abbauen. Für mich ist er hier einer der Titelkandidaten, hat aber ein schwieriges Auftaktlos.

Ivashka kommt mit viel Selbstvertrauen an und schlug die schwachen Tyurnev und Viola ohne Satzverlust. Er ist ein absoluter Indoor-Experte und auch kann sich auch in Tie-Breaks behaupten. Trotzdem ist Rublev ein ganz anderes Kaliber und sollte seine gute Form hier fortführen. Das Spiel kann etwas enger werden, aber am Ende sollte sich der Russe durchsetzen. // Sieg Rublev (Q 1,35 @1xbet)

17:30 Uhr | Dudi Sela 🇮🇱 (146.) – Ričardas Berankis 🇱🇹 (63.)

Dudi Sela verletzte sich am Wochenende im Davis-Cup bei seinem Einsatz gegen Eriksson. Am entscheidenden zweiten Tag konnte er so nicht mehr gegen Mikael Ymer antreten und musste so zusehen, wie Israel das Duell mit 1:3 verlor. Wer bei einem so wichtigen Duell verletzt zuschaut, hat wirklich etwas und daher halte ich die Bevorzugung von Berankis für absolut verdient. Dieser ist viel ausgeruhter und gewann dieses Jahr bereits vier Challengertitel auf Hardcourts. Unter den gegebenen Umständen muss man den Litauer picken. // Sieg Berankis (Q 1,38 @1xbet) & 2:0 Berankis (Q 1,88 @1xbet)