Kuriose WM-Fakten

Während sich die Deutschen von dem schmerzlichen Fußball-WM-Aus in Kasan gegen Südkorea erholen müssen, hilft dabei der Blick zurück, bevor man daran denkt, wie es denn mit der Mannschaft weitergeht. So wie das Spiel gegen die unerwartet starken Südkoreaner für die meisten eher eine Überraschung war, so ist die Fußballweltmeisterschaft immer ein Ort, der für Überraschungen gut ist, sonst wäre sie nicht so ein Publikumsmagnet und entweder wäre Deutschland immer Weltmeister oder die Weltrangliste würde den Weltmeister immer Eins zu Eins vorhersagen. Außerdem wären alle Tippspiele und Sportwetten überflüssig – wie langweilig!

Ein paar der Überraschungen und Kuriositäten aus 88 Jahren Fußball-Weltmeisterschaft haben wir in diesem Artikel zusammengefasst. Entweder waren es Momente großer Emotionen, die sich für bevor- und benachteiligte Fußballnationen ins Gedächtnis eingebrannt haben, schlicht sportliche Rekorde oder auch kleine Ungewöhnlichkeiten und faszinierende Fakten, die man vielleicht kaum für möglich gehalten hätte.

Alle Verteidiger ausgespielt

Am Anfang steht ein Mann, der in Argentinien zur Legende geworden ist und auch darüber hinaus zu den größten Fußballern der Geschichte gehört. Diego Maradona erzielte beim Viertelfinale gegen England 1986 ein Tor, welches 2002 zum WM-Tor des Jahrhunderts gekürt wurde. Ebenfalls wegen dieses Tores befindet sich eine Maradona-Statue vor dem Aztekenstadion in Mexiko-Stadt, in dem das Spiel stattfand. Dabei handelt es sich allerdings nicht um sein weltbekanntes Tor mit seiner bzw. der Hand einer höheren Macht, sondern um sein zweites Tor in diesem Spiel. Über 60 Meter hinweg schaffte es Maradona den Ball an fünf Spielern und dem Torwart der Engländer vorbeizuspielen und schob den Ball anschließend wie selbstverständlich in das leere Tor.

Eine englische Schwäche

Die Engländer haben aber nicht nur Argentinien auf ewig dieses Spiel nachzuhalten, auch was Elfmeter angeht, haben sie keine guten Erfahrungen gesammelt. Immer wenn England an der Endrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft teilnimmt, kommt das Thema früher oder später auf den Tisch. Keine Frage: Seit die Elfmeterregelung 1976 in Kraft trat, haben die Engländer nur einen von sieben solcher Konfrontationen für sich entscheiden können, das macht sie zum absoluten Schlusslicht. Das deutsche Team ist da ganz anders: Sechs von sieben Siege zeigen dies in der Statistik sehr deutlich. Diese deutsche Rationalität können sie bei dieser Meisterschaft allerdings nicht zeigen, vielleicht aber bekommt England noch die Chance, ihre Statistik etwas aufzupolieren.

Eine lange Reise

Etwas was man sich heute gar nicht mehr vorstellen konnte, war bei der ersten WM im Jahr 1930 bittere Realität: Das Team der Rumänen reiste in das Gastgeberland Uruguay mit dem Schiff an. Das bedeutet, bis sie dort ankamen, vergingen ganze zwei Wochen. Gegen Peru spielten sie dann vor nur 300 Zuschauern – so wenig wie bei keinem anderen WM-Spiel.

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Deutsche Korrektheit

Das deutsche Team hält neben den meisten zweiten und dritten Plätzen sowie Finalteilnahmen noch einen weiteren WM-Rekord: Keine andere Nation konnte den WM-Gastgeber häufiger schlagen als die Deutschen, insgesamt fünf Mal. Das ist nicht besonders höflich, aber gehört zu einem sportlichen Wettbewerb dazu.

Die A-Karte gezogen

Der Begriff der „Arschkarte“ kommt bekanntlich aus dem Fußball. Der Grund war, dass die Fans an den Fernsehern zu Hause aufgrund des schwarzweißen Bildes zwischen rot und gelb nicht unterscheiden konnten. Deshalb musste die Regelung mit den gelben Karten aus der Brusttasche und den roten aus der Gesäßtasche her. Der Rest ist Fußballgeschichte.

Wahre Fußballnationen

Deutschland und Brasilien sind seit jeher bei den Fußball-Weltmeisterschaften mit vier bzw. fünf Titeln sehr erfolgreich. Tatsächlich gab es zwischen 1950 und 2006, mit Ausnahme von 1978, keine einzige Weltmeisterschaft, in der keine der beiden Mannschaften im Finale anzutreffen war.

Die Schlacht der roten Karten

Die Niederländer und die Portugiesen konnten sich 2006 beim Achtelfinalspiel in Deutschland überhaupt nicht leiden. Das Spiel geht in die Geschichte ein als Konfrontation mit den bisher meisten Platzverweisen. Vier Spieler verließen vorzeitig den Platz und so spielten schließlich jeweils neun Spieler gegeneinander.

Die Weltmeisterschaft ist nicht nur deshalb so spannend, weil jedes Mal viele Nationen passioniert gegeneinander antreten, sondern besonders, da sie immer wieder für zahlreiche Überraschungen gut ist. Ein paar der kuriosesten Fakten über die Meisterschaft wurden in diesem Artikel beschrieben, doch auch bei den Finalspielen in Russland wird es sicherlich noch ein paar solcher erinnerungswürdigen Momente zu bestaunen geben.