Glücksspielstaatsvertrag – Scharfe Kontrolle über Sportwetten

Bisher war Sportwetten in Deutschland trotz des Sportwetten-Monopols kein Problem. Anbieter gibt es wie Sand am Meer und sowohl online als auch offline kann in sämtlichen Sportarten gewettet werden. Das Thema Glücksspielstaatsvertrag ist seit jahren diskutiert und ein Abschluss galt in weiter Ferne. Doch wie wir bereits berichtet haben ringen die Bundesländer um eine einheitliche Lösung. Diese könnte für die Kunden ernste Konsequenzen haben.

Wie ist der aktuelle Stand?

Derzeit läuft eine Übergangszeit. Bedeutet, dass seit dem 1. Januar der dritte Glücksspieländerungsstaatsvertrag in Kraft getreten ist. Für die User gibt es aktuell keine Einschränkungen. Ab Mitte 2021 soll ein neuer Vertrag in Kraft treten. Bis dahin müssen sich die Anbieter um eine Legitimation bewerben. Derzeit liegen elf Bewerbungen vor. Aktuell sieht es so aus, dass sich für die User zumindest in dieser Zeitspanne nichts ändern wird.

Wie geht es weiter?

Laut “Bild” und “Welt” soll der – ab voraussichtlich Juli – laufende Vertrag einschneidende Änderungen für den Verbraucher mit sich führen. Die Bild redet in diesem Zusammenhang gar von totaler Kontrolle. Sicherlich ist die Wortwahl der Bild seit Jahren überspitzt, dennoch trifft dies im aktuellen Fall durchaus zu. Vor wenigen Monaten hatten wir beschrieben, dass sich die Installation eines großen Kontrollorgans als schwierig erweisen könnte. Laut Bild möchte der Staat dennoch ein umfassendes Kontrollorgan aufbauen. Mehrere Bundesländer sollen bereits ihr Interesse angekündigt haben.

Was weiß diese Behörde?

Sowohl Name als auch Geburtsdatum, Geburtsort, Anschrift und alle Wettinformationen  (Zeitpunkt Wettabgabe, Einsatz etc.) sollen gespeichert werden.

Zwar müssen sich die User bereits heute bei den Anbietern mit den richtigen Daten verifizieren, dennoch würde solch Organ eine neue Dimension einnehmen.

Einsatzlimit

Maximal 1.000 Euro sollen pro Wetter eingesetzt werden dürfen. Das Geld kann auf mehrere Anbieter verteilt werden, darf aber nicht überschritten werden. Das Kontrollorgan soll die Einsätze kontrollieren.

Sperre beim Login

Es soll nicht mehr möglich sein sich gleichzeitig bei zwei Buchmachern einzuloggen. Die Medien berichten, dass eine Zeit von fünf Minuten zwischen den “Logins” vorliegen muss.

Einschränkung bei den Wettarten

Live-Wetten werden stark eingeschränkt und könnten sogar ganz aus dem Angebot genommen werden. Ebenso sollen Torwetten nicht mehr vorhanden sein.

Weiterhin sollen die Werbemöglichkeiten der Wettanbieter tagsüber gänzlich verboten werden. Ebenso müssten die Anbieter mit drastischen  Gewinneinbußen rechnen. Die Bild nennt dies einen Frontalangriff auf deren Geschäftsmodell. Gleichzeitig würde der Staat deutlich geringere Einnahmen durch die Wettsteuern erhalten. Auch die Vereine würden von den Maßnahmen getroffen. Kaum ein Profiverein wird nicht durch einen Wettanbieter gesponsort. Teilweise dienen die Buchmacher gar als Hauptsponsor oder wichtiger Nebensponsor. Vor allem kleinere Vereine würde diese Entwicklung hart treffen.

In Kürze wollen die Bundesländer über den Vertrag beraten. Wir werden euch weiterhin auf dem laufenden halten.

Einen Kommentar zum Glücksspielstaatsvertrag findet ihr hier.