Fußball wird virtuell

Fußballer die verschwitzt einen Ball hinterherlaufen, Fans die grölend im Stadion sitzen und auf das erhoffte Tor warten, wird es in Zukunft vielleicht nicht mehr geben. Schon heute investieren die Vereine weltweit, nicht nur in Deutschland, viel Geld in den virtuellen Fußball. Für Fans erscheint das wie eine Horrorvorstellung, doch der Wandel könnte schneller kommen, als wir vielleicht annehmen.

Die eingefleischten Fans von heute nehmen ab. Es sind meistens ältere Menschen, die sich noch vom Fußball derart begeistern lassen, dass sie beinahe regelmäßig ins Stadion gehen. Die jüngere Generation sitzt lieber vor dem Fernseher und schaut sich das Geschehen in aller Ruhe an. Zudem darf nicht vergessen werden, dass die Polizeieinsätze bei den Spielen Unsummen von Geldern verschlingen, die nur teilweise von den Vereinen bezahlt werden.

Schon heute ist virtueller Fußball der Renner

Jeder Verein hat schon ein kleines virtuelles Team, das mit Technik und Geld gefördert wird. Gespielt wird dann nicht mehr im Stadion, sondern vor dem PC. Der Ball ist nicht aus Leder, sondern nur noch virtuell. Rund bleibt er dennoch. Ältere, treue Fans werden sich kaum damit anfreunden können. Aber es ist die jüngere Generation, die ihr Smartphone täglich 5 – 8 Stunden nutzt, die den Takt angibt und die Zukunft gestaltet. Ein Ronaldo, der Millionen verdient und zugleich Frauen misshandelt, passt da nicht mehr ins Weltbild. Fußballer werden virtuell und verschwinden aus der heutigen Realität.

Ein Blick in die Welt von morgen liefert bereits die virtuelle Bundesliga, die mit dem Konsolenspiel FIFA arbeitet. Bundesliga wird virtuell, lautet das Motto. Jeder kann teilnehmen und wer es schafft sich in 90 Spielen zu qualifizieren, kommt in die Finalrunde, die dann im Fußball Museum direkt stattfindet. Die besten der besten treten gegeneinander an. Es lockt ein Preisgeld von 15.000 Euro.

Vereine bauen Teams aus

Der virtuelle Fortschritt bei den großen Vereinen sieht etwas anders aus. Sie kaufen sich ihre eigene kleine Mannschaft und das technische Equipment, mit dem sie gegen andere große Vereine antreten und auf den Gewinn hoffen. Die Regeln sind die gleichen wie beim echten Fußball. Künftig wird der virtuelle die Realität sein.

Schon jetzt fließen Unsummen in die virtuelle Ausstattung. E-Sport ist der neue Begriff, von dem jeder spricht und die heutigen Fußballer bangen um ihre Jobs. Denn sie werden einfach durch den Spieler vor dem Bildschirm ersetzt. Noch sträuben sich viele, den E-Sport als eine Sportart anzuerkennen. Letztlich ist es aber nur eine reine Definitionssache und nur eine Frage der Zeit, bis E-Sport ein ganz normaler Sport wird.

Es gibt bereits erste Agenturen, die E-Sport-Spieler vermarkten und da geht es bereits um hohe Summen. Noch sind diese eine Art Schnittstelle zum realen Fußball. Doch der Übergang ist fließend. Denn bald schon sind eben jene Spiele die realen Fußballer. Früher, als uns vielleicht lieb ist. Denn Fakt ist eines schon heute: Der E-Sport hat längst in Nutzer und Follower andere reale Sportarten überholt.