DFB-Pokal

DFB-Pokal

Der DFB-Pokal hat seit jeher seinen eigenen Reiz. Häufig hieß es David gegen Goliath und nicht selten konnte sich der klare Außenseiter durchsetzen. Der Pokal hat zugleich tragische und schöne Geschichten geschrieben.

Anfänge des Pokalwettbewerbes in Deutschland

Ausgetragen wurde der DFB-Pokal erstmals 1935. Als ältester Pokalwettbewerb und als Vorbild gilt der FA-Cup, welcher erstmals 1871/72 ausgetragen wurde. Zu Beginn wurde der Pokal nach Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten benannt. Beim ersten Tschammerpokal nahmen rund 4.000 Teams teil. Der 1. FC Nürnberg konnte sich nach vielen Runden zum Pokalsieger küren. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich nahmen 1938 erstmals Teams aus der Alpenrepublik am Pokal teil. Rapid konnte direkt im ersten Jahr den Titel gewinnen. Damals witterte der unterlegene FSV Frankfurt eine Verschwörung, da sie sich vom Schiedsrichter benachteiligt gefühlt haben. Mit dem Dresdener SC konnte 1940 und 1941 erstmals ein Team den Titel verteidigen. Bis 1943 wurde der Wettbewerb unter dem Namen Tschammerpokal ausgetragen. Hans von Tschammer und Osten erlebte das letzte Finale nicht mehr, da er im gleichen Jahr an einen Lungenentzündung starb. Europa und Deutschland waren längst im 2. Weltkrieg angekommen und an ein Fußballspiel war nicht mehr zu denken.

Aus Tschammerpokal wird DFB-Pokal

Nachdem Ende des 2. Weltkriegs und dem allmählichen Wiederaufbau formierte sich der Deutsche-Fußball-Bund neu und mit der Saison 1952/53 wurde erstmals der DFB-Pokal ausgetragen. 32 Teams konnten sich über regionale Wettbewerbe qualifizieren. RW Essen hieß der erste Sieger des DFB-Pokals nachdem Kriegsende. Der „Tschammerpokal“ blieb jedoch als Trophäe bis 1964 erhalten und wurde erst dann abgelöst. Allerdings wurde das Hakenkreuz durch ein DFB-Logo ersetzt. In den 50er Jahren konnten der Karlsruher SC und der VfB Stuttgart zwei Mal den Titel gewinnen. Auch Bayern München trug sich erstmals in die Siegerliste ein.

DFB-Pokal wird beliebter

Mit der Einführung der Bundesliga wurde der Spielplan des DFB-Pokals angepasst. So wurde das Finale als Abschluss nach der Saison ausgetragen. Mit dieser Änderung wurde der Pokalwettbewerb auch deutlich beliebter. Noch in den 50er nahmen oft wenige Teams am Pokal teil. Auch die Zuschauerzahlen waren niedrig. Oft waren weniger als 10.000 Zuschauer in den Stadien. Auch beim Finale 1961 zwischen Bremen und Kaiserslautern kamen nur 18.000 Besucher. Borussia Dortmund war das erste Team, welchen 1965 den neuen Pokal in Empfang nehmen konnte. Erst aufgestiegen in die 1. Bundesliga konnte der FC Bayern den Titel in den folgenden beiden Jahren gewinnen. 1969 konnten die Bayern nicht nur Meister werden, sondern auch den Pokal zum vierten Mal sichern. Mit den Offenbacher Kickers konnte 1970 erstmals ein Team aus der 2. Bundesliga den Pokal gewinnen. Ein denkwürdiges Finale fand 1973 statt als sich Günther Netzer selbst einwechselte und kurz darauf den entscheidenden Treffer für Mönchengladbach erzielte. Nach zwei Jahre mit Hin- und Rückspielen kehrte der DFB wieder zum alten Modus zurück. 1974/75 nahmen erstmals 128 Klubs am DFB-Pokal teil. 1979 konnte Fortuna Düsseldorf nach zuvor fünf Finalniederlagen erstmals den Titel holen. Düsseldorf siegte gegen Hertha BSC. Die Berliner warten heute noch auf den ersten Titel.

Stadt-Derby im Pokalfinale

1980 konnte Fortuna Düsseldorf den Pokal verteidigen. 1982 meldeten sich die Bayern nach elf Jahren wieder mit einem Sieg im Pokal zurück. Ein Jahr später kam es bisher zum ersten und einzigen Mal zu einem Stadt-Derby im Finale. Der 1.FC Köln und Fortuna Köln standen sich gegenüber. Der FC hatte am Ende das bessere Ende für sich. Erstmals wurde 1984 ein Finale im Elfmeterschießen entschieden. Bayern bezwang Mönchengladbach. Seit 1985 wird das Finale im Berliner Olympiastadion ausgetragen. 1990 konnte sich erstmals auch der 1. FC Kaiserslautern in die Siegerliste eintragen.

Zweitligist siegt erneut im DFB-Pokal

Ab 1992 nahmen erstmals die Teams aus dem Osten am DFB-Pokal teil. Diese spielten zuvor am FDGB-Pokal. Nach den Offenbacher Kickers konnte 1992 zum zweiten Mal ein Zweitligist den Titel holen. Hannover 96 bezwang im Finale Borussia Mönchengladbach. Nur ein Jahr später spielten die Amateure von Hertha BSC im Finale. Berlin schlug sich stark, musste sich aber am Ende knapp mit 0:1 gegen Leverkusen geschlagen geben. Für Leverkusen bisher der einzige Sieg auf nationaler Ebene. RW Essen, VfL Wolfsburg und Energie Cottbus verpassten in den folgenden Jahren als Zweitligist erneut eine Überraschung. 1996 konnte Kaiserslautern als bisher einziger Absteiger den Pokal mit in die Heimat nehmen.

Bayern dominiert Pokal

Der FC Bayern München galt zwar Jahr für Jahr als Favorit aber dennoch musste der Rekordmeister zwölf Jahre warten bis es 1998 wieder den DFB-Pokalsieg zu feiern gab. Seither folgten neun weitere Pokalsiege des FC Bayern. Aber auch Werder Bremen und Schalke 04 mit je drei Titeln waren in den vergangenen 20 Jahren erfolgreich im Pokal. Zuletzt entwickelte sich vor allem ein Zweikampf zwischen Bayern und Borussia Dortmund. Mehrfach standen sich beide Teams im Finale oder den vorherigen Runden gegenüber. 2018 gewann Eintracht Frankfurt erstmals nach 30 Jahren wieder den Titel.

Überraschungen im DFB-Pokal

  • Drittligist VfB Eppingen schlägt den großen Hamburger SV mit 2:1. Die erste Riesensensation im DFB-Pokal (1974/75).
  • Südwest Ludwigshafen schickte die “Roten Teufel” aus Kaiserslautern mit 2:1 nach Hause (1978/79).
  • Hertha BSC verlor gegen den Drittligisten TuS Langerwehe mit 1:2 (1979/80).
  • Eintracht Frankfurt ging beim 2:4 beim RSV Göttingen 05 unter (1983/84).
  • Erneut zog der HSV den Kürzeren. 0:2 hieß es gegen den SC Geislingen (1984/85)
  • Auch den 1. FC Köln erwischte es. 1987/88 unterlag man Viktoria Aschaffenburg.
  • Rekordmeister Bayern München verabschiedete sich nach einem 0:1 beim Drittligisten FV Weinheim aus dem Wettbewerb (1990/91).
  • Borussia Dortmund unterlag gegen den Viertligisten Greuther Fürth (1990/91).
  • Die zweite Mannsschaft des FC Bayern erwies sich für den 1. FC Köln als zu stark (1993/94).
  • Ein Jahr später erwischte es auch Werder Bremen gegen Bayern II.
  • Dagegen erlebte die A-Mannschaft ihr Waterloo. Gegen Vestenbergsgreuth verloren die Münchner 0:1 (1994/95).
  • Viertligist SpVgg Beckum gelang gegen den 1. FC Köln die Überraschung (1995/96)
  • 1997/98 schlug Trier sowohl Schalke 04 als auch den BVB.
  • 1:6 hieß es für den VfB Stuttgart gegen die Amateure von Eintracht Frankfurt (2000/01)
  • In der gleichen Saison siegte Magdeburg gegen den FC Bayern.
  • Der 1. FC Nürnberg unterlag dem damaligen Fünfligisten SSV Ulm (2001/02)
  • Wieder schlugen die Amateure des FC Bayern zu – Mönchengladbach verlor (2004/05)
  • Vize-Meister Bremen unterlag dem FK Pirmasens (2006/07)
  • Die Amateure von Werder Bremen bezwingen Köln und Kaiserslautern (2007/08)
  • Regionalligist Holstein Kiel schaffte den Sprung ins Viertelfinale (2011/12)
  • 0:4 hieß es für Hoffenheim beim Berliner AK (2012/13)
  • Doch nicht nur Hoffenheim erwischte es. In der gleichen Saison flogen gleich sechs Erstligisten in der ersten Runde aus dem Wettbewerb.
  • Arminia Bielefeld zieht als Drittligist ins Halbfinale ein (2014/15)
  • Fünfligist SSV Reutlingen bezwingt den Karlsruher SC (2015/16). Gleich drei Rote Karten gab es für den KSC.

Meiste Pokalspiele

  • Mirko Votava (79 Spiele)
  • Karl-Heinz Körbel (70 Spiele)
  • Oliver Kahn/Willi Neuberger/Manfred Kaltz (67 Spiele)

Meiste Pokaltreffer

  • Gerd Müller (78 Tore)
  • Dieter Müller (48 Tore)
  • Klaus Fischer (46 Tore)