Australian Open 2020 Damenkonkurrenz – Power Ranking

Ab dem 20. Januar machen sich 127 Spielerin auf, um die amtierende Titelträgerin Naomi Osaka vom Thron zu stoßen. Es wird das letzte Turnier von Caroline Wozniacki, der Gewinnerin von 2018, sein, die danach ihre Karriere beenden wird. Fehlen wird mit Bianca Andreescu eine der größten Favoritinnen, die sich aktuell noch von einer Knieverletzung erholt. Die aktuelle Form der Favoritinnen haben wir euch in einem Power Ranking, das während des Turnierverlaufs aktualisiert wird, dargestellt. (Stand 14.01.2020)

1. Karolina Pliskova – Die Aufschlagkönigin

Schon seit 2015 gehört die 27-jährige Tschechin (Quote 10,0) zur absoluten Weltspitze und geht bei jedem Hardcourt-Event als Mitfavoritin ins Turnier. Jedoch wartet sie noch auf den ersten Grand Slam Titel. Im Vorjahr scheiterte sie im Halbfinale an der späteren Siegerin Naomi Osaka. Die aktuelle Nummer 2 der Welt präsentierte sich beim hervorragend besetzten Vorbereitungsturnier in Brisbane in überragender Frühform, als sie auf dem Weg zum Titel Naomi Osaka und Madison Keys bezwang. Sie ersetzte im November ihre langjährige Trainerin Conchita Martinez durch Daniel Vallverdu, der ein sehr erfolgreicher Coach auf der ATP-Tour ist. Der Wechsel scheint sich bis dato Früchte getragen zu haben. Neben ihrer bekannten Aufschlagsstärke zeigte sie eine deutlich verbesserte Beinarbeit und konnte auch in längeren Ballwechseln problemlos mithalten. Das macht sie für mich, vor Beginn der Hauptrunde, zur Topfavoritin auf den Turniersieg.

2. Naomi Osaka – Die Titelverteidigerin

Nach den US Open 2018 gewann die 22-jährige Japanerin Naomi Osaka (Quote 10,0) auch die Australian Open 2019 und ist somit die gejagte in der diesjährigen Ausgabe. Nicht nur optisch, sondern auch spielerisch ähnelt sie der großen Serena Williams. Ihr Mix aus einem guten Aufschlag und hervorragenden Grundlinienschlägen brachte sie im letzten Jahr an die Spitze der Weltrangliste. Außerdem wurde ihr Spiel in den letzten Jahren deutlich reifer, was sich auch in den Erfolgen wiederspiegelte. In der Vorbereitung auf das Turnier verlor sie im Halbfinale von Brisbane, nach vergebenem Matchball, knapp in drei Sätzen gegen Pliskova. Während des Turniers unterstrich sie ihre gute Form, konnte diese aber nie über ein gesamtes Match halten und stand von allen Halbfinalistinnen am längsten auf dem Platz. Wenn sie es schafft, ihre Konstanz zu finden, dann ist sie die Frau, die es zu schlagen gilt.

3. Serena Williams – Die Dominatorin

23 Grand Slam Titel hat die 38-jährige Amerikanerin bereits gesammelt. Sie wartet jedoch seit 2017, als sie eine Babypause einlegte, auf ihren 24. Grand Slam Titel, mit dem sie den Uralt-Rekord von Margaret Court egalisiere würde. In diesem Zeitraum scheiterte die stolze Mama in vier Finals, was sie bestimmt in einem möglichen Finale im Hinterkopf haben wird. Sie konnte das Turnier bereits acht mal gewinnen und ist bei den Buchmachern die Topfavoritin (Quote 5,5). Im letzten Jahr scheiterte sie im Viertelfinale an Karolina Pliskova. Beim Vorbereitungsturnier in gewann sie, bei einem zugegeben schwachen Feld, ohne größere Probleme den Titel. Mit ihrem starken Aufschlag und ihren kraftvollen Grundlinienschlägen probiert sie direkt die Initiative in den Ballwechseln zu übernehmen. Schaffen es ihre Gegnerinnen nicht, sie in Bewegung zu bringen, wird sie kaum zu schlagen sein.

4. Ashley Barty – Die Lokalmatadorin

Die 23-jährige ist amtierende Roland Garros Siegerin und die große Hoffnung der Australier (Quote 9,0). Mit ihrem unkonventionellen Spielstil ist sie nur schwer zu bezwingen. Ihr Paradeschlag ist der aggressive Vorhand-Slice, der es ihren Kontrahentinnen nahezu unmöglich macht, mit druckvollen und gleichzeitig präzisen Grundlinienschlägen zu antworten. Im letzten Jahr war für sie im Viertelfinale Schluss, als sie überraschend Glatt gegen die Tschechin Petra Kvitova unterlag. Ihr Auftaktmatch in dieser Saison verlor die Weltranglistenerste gegen die 53 der Welt, Jennifer Brady. In Adelaide überstand sie ihre Auftakthürde knapp in drei Sätzen gegen Pawljutschenkowa. Anschließend scheint sie ihre Form gefunden zu haben, gewann das Turnier und zeigte sich vor allem beim Aufschlag stark verbessert.

5. Madison Keys – Die Powerfrau

Die 24-jährige Amerikanerin debütierte schon mit 14 auf WTA-Ebene und ist damit eine Frühstarterin auf der Tour. Sie war und ist, gemeinsam mit ihrer Freundin Sloane Stephens, die große Hoffnungen der Amerikaner auf die Nachfolge von Serena Williams. Die beiden Freundinnen kämpften gemeinsam im US Open Finale 2017 um ihren ersten Grand Slam Titel, mit dem besseren Ende für Stephens. Allerdings ist Keys seither die erfolgreichere und geht nach dem Finalkrimi gegen Pliskova in Brisbane zurecht als Mitfavoritin ins Turnier, wenngleich ihre Quote (18,0) doch etwas zu hoch angesetzt ist. Neben ihrem guten Aufschlag und ihrer Vorhand, zeichnet sie vor allem ihre enorme Power aus.

6. Petra Kvitova – Die Combackerin

Nach einem Messerangriff im Dezember 2016, bei dem sie an der linken Schlaghand verletzt wurde, bangte die ehemalige Wimbledonsiegerin um ihre Karriere. Sie schaffte es jedoch eindrucksvoll auf die Tour zurückzukehren, mit dem Höhepunkt bei den Australian Open im Vorjahr, als sie erst im Finale an Osaka scheiterte und die 2 der Welt wurde. Beim Turnier in Brisbane verlor die Tschechin in einem packenden Halbfinale in drei Sätzen gegen Keys. Ihre Form stimmt, wenngleich sie nicht ganz die aus dem Vorjahr erreichen konnte. Trotzdem finde ich die Quote der Buchmacher (Quote 22,0) deutlich zu hoch, da sie absolut auf Augenhöhe mit den Besten ist.

7. Simona Halep – Die Dauerbrennerin

Die 28-jährige Rumänen (Quote 12,0) ist die wohl vielseitigste Spielerin auf der Tour. Da sie mit allen drei Belägen sehr gut zurecht kommt gehört sie bei jedem Grand Slam Turnier zu den absoluten Top-Favoritinnen. Nach zahlreichen Finalniederlagen, befreite sie sich mit dem Roland Garros Sieg 2018 von dem ihr selbst auferlegten Druck und veränderte ihre Einstellung zum Sport. Sie agiert nun mit einer deutlich positiveren Attitüde und versucht nicht alles zu erzwingen, was sich auch auf dem Court wiederspiegelt. Sie stieg erst in Adelaide in die Saison ein und gewann ihr erstes Match gegen Tomljanovic, nicht besonders souverän, in zwei Sätzen. Schon in der zweiten Runde musste sie, nach der glatten Niederlage gegen Sabalenka, die Segel streichen. Sollte sie während des Turniers nicht zu ihrer Form finden, wird sie es wohl schwer haben. über die erste Woche hinaus zu kommen.

Players to watch:

Dayana Yastremska (Quote 35,0)

Danielle Collins (Quote 50,0)

Die Vorjahres-Halbfinalistin ist auch in diesem Jahr wieder in bestechender Form und spielte zwei gute Turniere in Brisbane und Adelaide. Die Auslosung meinte es gut mit ihr. In ihrem Viertel bleiben die ganz großen Brocken aus, die klangvollsten Namen sind Halep, Bencic und Sabalenka. Danach wartet wohl Pliskova.

Ekaterina Alexandrova (Quote 70,0)