2. Bundesliga

2. Bundesliga

Die 2. Bundesliga ist längst aus ihrem Schatten getreten und gilt als die beste zweite Liga der Welt. Einst wurde die 2. Bundesliga gegründet, damit das Gefälle zwischen Profi- und Amateurbereich geringer wird. Dies ist den Verantwortlichen bestens gelungen. Denn nahezu alle Traditionsmannschaften spielten  seit ihrer Einführunger in der 2. Bundesliga. Die Zuschauerzahlen sind deutlich angestiegen und atmosphärisch muss sich die Liga vor keiner anderen verstecken.

Vom Amateurwesen bis zur Eingleisigkeit

Die 2. Bundesliga wie wir sie heute kennen war lange Zeit in mehrere regionale Klassen aufgeteilt. Der Spielbetrieb startete 1963 im Gründungsjahr der 1. Bundesliga. Doch schnell zeigte sich,  dass das Gefälle zwischen der 1. Bundesliga und den regionalen Ligen zu groß war. Auch zwischen und innerhalb der fünf regionalen Staffeln herrschte ein sportliches und wirtschaftliches Ungleichegwicht. Hinzu kam die schwierige Aufstiegsregelung, da nur zwei Teams in die 1. Bundesliga aufstiegen. Ab 1974 wurde in einer Nord- und Südstaffel gespielt. Jeweils 20 Mannschaften nahmen damals am Spielbetrieb teil. Seit der Saison 1981/82 wird in einer eingleisigen 2. Bundesliga gespielt. Mit dieser Änderung profesionalisierte sich die Liga weiter. Die Vereine mussten auch strukturelle Bedingungen, wie die Größe des Stadions und und das Vorhandensein von Flutlichtmasten erfüllen. Erster Meister der eingleisigen 2. Bundesliga wurde der FC Schalke 04. In der Saison 1991/92 musste aufgrund der Eingliederung der DDR-Mannschaften wieder mit zwei Klassen gespielt werden. Dies hatte zur Folge, dass im darauffolgenden Jahr 24 Teams an den Start gingen. Somit wurden 46 Spieltage ausgetragen. Seit 1994 wird mit 18 Mannschaften gespielt.

Zuschauerboom in der 2. Bundesliga seit den 90ern

Mitte der 90er Jahre erlebte die 2. Bundesliga aufgrund der Abstiege von Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern einen Zuschauerboom. Ende der 90er Jahre spielten auch Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Köln im Unterhaus. Diese Tendenz hat sich bis heute weiterentwickelt und immer mehr Traditionsvereine müssen den Weg in die 2. Bundesliga nehmen. In der Saison 2016/17 strömten durschnittlich 21.747 Zuschauer in die Stadien. Beachtlich, da die Serie A lediglich einen Schnitt von 22.000 Zuschauern aufweist. Erstmals wird auch der Hamburger SV in der Saison 2018/19 in der 2. Bundesliga antreten. Hinzu stiegen nach und nach viele Mannschaften mit hohem Zuschauerpotential in die 2. Bundesliga auf. Insbesondere Dynamo Dresden, Union Berlin und nun auch der FC Magdeburg haben eine große Anziehungskraft. Deshalb ist auch der Markt der Sportwetten in der 2. Bundesliga immer interessanter geworden. Die Spiele im Unterhaus sind eng und die Jahre haben gezeigt, dass jedes Team jeden Gegner besiegen kann. Somit sind auch die Wett Quoten auf die Spiele in der 2. Bundesliga hoch und lukrativ.

Vereine in der 2. Bundesliga – Von der Auflösung bis zur Amateurklasse

Spätestens mit dem Abstieg des Hamburger SV hat auch der letzte Traditionsverein das Gefilde der 2. Bundesliga erreicht. Seit der Zweigleisigkeit in Nord- und Südstaffel spielten 127 Mannschaften in der 2. Bundesliga. Viele Vereine hielten sich nur ein oder zwei Jahre im Unterhaus auf. Union Solingen spielte 14 Jahre in der Zweitklassigkeit. 1990 wurde der Verein aufgelöst. Auch weitere Vereine wie Blau Weiß Berlin oder der SC Göttingen wurden aufgelöst. Andere Vereine wie der BSV Schwenningen oder 1. FC Mülheim finden sich heute im tiefen Amateurbereich.

Mehrere Zweitligisten im Europapokal

2. Bundesliga und Europapokal. Auf den ersten Blick eine unwahrscheinliche Kombination. Doch gleich mehrere Zweitligisten schafften bereits den Sprung in einen europäischen Wettbewerb. So spielten Erfurt und Halle aufgrund ihrer Qualifikation über die DDR-Oberliga 1991 im Europapokal. Hannover 96 und der 1. FC Kaiserslautern nahmen aufgrund ihres Pokalsieges am Pokalsiegercup teil. Auch Union Berlin und Alemannia Aachen waren als Zweitligisten bereits im UEFA-Cup.

Statistisches

  • Union Berlin ist seit 2009 Mitglied in der 2. Bundesliga und somit von den derzeitigen Teams am längsten ohne Pause dabei
  • Die meisten Zweiligazeiten weißt Greuther Fürth auf. Die Kleeblätter gegen bereits in die 30te Saison. Auch in der Ewigen Tabelle haben die Fürther mittlerweile die Führung von Alemannia Aachen übernommen.
  • Beständigikeit: Fortuna Köln spielte 26 Jahre lang ohne Unterbrechung in der 2. Bundesliga
  • Mit 123 Treffern erzielte Hertha BSC in der Saison 1980/81 die meisten Treffer
  • Horst Hrubesch traf 1977/78 gleich 41-mal für Rot-Weiß Essen. Dies ist bis heute Rekord im Unterhaus.
  • Der Karlsruher SC war bisher das einzige Team, welches vom ersten Spieltag ab auf einem Aufstiegsplatz stand (2006/07).
  • Der bisher höchste Sieg gelang Arminia Bielefeld gegen Arminia Hannover mit 11:0 (1979/80).
  • Ganze 13 Treffer erlebten die Zuschauer bei der Partie zwischen Kaiserslautern und Meppen in der Saison 1996/97. Kaiserslautern gewann am Ende mit 7:6.
  • Kein geringerer als Ottmar Hitzfeld ist für die meisten Treffer eines Spielers verantwortlich. Sechs Tore erzielte er beim 8:0 des VfB Stuttgart gegen Jahn Regensburg (1976/77).
  • 77.116 Zuschauer erlebten die Partie zwischen Hertha BSC und dem FC Augsburg. Es war bisher das zuschauerreichste Spiel in der Historie des 2. Bundesliga.

Rekordspieler der 2. Bundesliga

  • Willi Landgraf (508 Spiele)
  • Joaquin Montanes (477 Spiele)
  • Karl-Heinz Schulz (463 Spiele)

Rekordtorjäger der 2. Bundesliga

  • Dieter Schatzschneider (154 Tore)
  • Karl-Heinz Mödrath (151 Tore)
  • Theo Gries (123 Tore)